Klinische Funktionsanalyse

Wir beginnen mit einer detaillierten Anamnese (Erhebung der Vorgeschichte). Danach erfolgt eine genaue Untersuchung des Mund-Kiefer-Systems und seiner Funktionen, unter anderem des Bewegungsspielraums vom Unterkiefer nach allen Seiten, von Verspannungen und Schmerzempfindlichkeit der umliegenden Muskulatur sowie ein Abhören der Kiefergelenke. Weitere Befunde aus Röntgenaufnahmen, zum Zustand der Zunge, der Wangenschleimhaut, der Zähne oder des Zahnfleisches fließen in die Analyse mit ein.

Wenn Anzeichen einer Funktionsstörung bestehen oder die Herstellung von umfangreichen prothetischen Maßnahmen vorgesehen ist, reicht die einfache klinische Untersuchung nicht aus. Nur mit einer funktionsdiagnostischen, computergestützten und dreidimensionalen Bewegungsanalyse der Kiefergelenke  lassen sich präzise Messwerte ermitteln. Mit ihrer Hilfe können die individuelle Kaubewegung des Kiefers und die dabei einwirkenden Kräfte exakt nachvollzogen werden.

Anatomische Besonderheiten

Das Kiefergelenk stellt eine Besonderheit des menschlichen Körpers dar. Es ist das einzige Gelenk (Dreh-Gleit-Gelenk), das eine Bewegung in allen drei Achsrichtungen des Raumes gleichzeitig ausführen kann.

All diese Bewegungen führen beim Abbeißen und Kauen, teilweise auch beim Sprechen, zu kurzzeitigen Kontakten der oberen mit den unteren Zähnen.

Die Zahnoberfläche der Backen- und Schneidezähne, die sozusagen „den verlängerten Arm des Kiefergelenkes“ darstellen, richten sich in ihrem Aussehen funktional exakt nach dem individuellen Bewegungsmuster eines jeden Patienten. Daher sind seine Zähne so individuell wie sein Fingerabdruck!

Kraftaufnahme

Die Frage der Kraftaufnahme spielt bei der Funktionsanalyse eine besonders wichtige Rolle:

Welche Zähne nehmen primär die Kräfte beim Zusammenbiss auf? Die Natur hat diese Aufgabe den Seitenzähnen zugeschrieben. Die Frontzähne und die sie umgebende dünne Knochenlamelle werden dadurch geschützt. Durch Simulation des Zusammenbisses in einem Gerät zur Kausimulation (Artikulator) kann der Zahnarzt ermitteln, wie er die Rekonstruktion gestalten muss, um die korrekte Kraftaufnahme der Seitenzähne beizubehalten oder ggf. wieder herzustellen.

Kaubewegungen – Nahrungszerkleinerung

Die Nahrungszerkleinerung zählt zu den primären Aufgaben der Zahnreihen. Die Höcker und die feinen Einkerbungen (Fissuren) der Seitenzähne müssen hierbei reibungslose Gleitbewegungen der Zähne ermöglichen, sowohl beim Vor- und Zurückschieben des Unterkiefers wie auch bei seitlichen Bewegungen. Jeder Fehlkontakt oder Blockaden der Gleitbewegungen, z.B. durch einen falsch stehenden Zahnhöcker, können zu einer Überlastung des gesamten Kausystems führen. Muskeln, Kiefergelenke und nicht zuletzt auch die Zähne selbst können Schaden nehmen.

Denn: In Kiefergelenksnähe sind die einwirkenden Kräfte um ein Vielfaches größer als vorne im Bereich der Schneidezähne. Das ist ähnlich wie bei einer Schere: Auch hier ist die Schneidekraft weiter hinten am Gelenk sehr viel größer als an der Spitze.

Mit Hilfe des Artikulators können wir die Verhältnisse exakt abklären und bei der Gestaltung des Zahnersatzes berücksichtigen. Von Natur aus ungünstig angelegte Zahnhöcker kann der Zahnarzt ggf. mit Hilfe keramischer Chips bzw. Inlays (sogenannte „occlusal tables“) verschieben. Um dabei minimalinvasiv, d.h. mit geringstmöglichem Verlust an gesunder Zahnsubstanz vorgehen zu können, ist eine präzise Planung der erforderlichen Präparationen unverzichtbar.

ProphylaxeProphylaxe
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