Cholesterinsenker: Schaden sie mehr als sie nutzen? / Über Statine gibt es einige beunruhigende Behauptungen
Verursachen Cholesterinsenker wirklich Muskelschwäche, Diabetes oder gar Demenz? Rund 9,8 Millionen Menschen in Deutschland nehmen Statin-Tabletten ein, die den LDL-Cholesterinspiegel senken. Denn: Ist dieser zu hoch, entsteht eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose), die einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall nach sich ziehen kann. Statine können davor bewahren, und haben vermutlich auch weitere gefäßschützende Eigenschaften. Andererseits gibt es über die Mittel auch viele beunruhigende Behauptungen. Das berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" in seiner aktuellen Ausgabe.
Kein erhöhtes Risiko für Demenz
Eine Information lautet etwa, dass Statine Demenz fördern. Doch gibt es dafür keine Belege - im Gegenteil: Weil Statine auch im Gehirn zu einer Verbesserung der Gesundheit der Gefäße führen, dürften sie sogar eher das Entstehen einer sogenannten vaskulären Demenz verhindern. Bei deren Entstehung spielen Ablagerungen in den Gefäßen eine tragende Rolle.
Dass die Cholesterinsenker Diabetes begünstigen, stimmt dagegen teilweise. Statine scheinen vor allem in höheren Dosen den Nüchternblutzucker leicht ansteigen zu lassen. Das betrifft jedoch vorwiegend Menschen, die älter, sehr übergewichtig oder mit dem Nüchternblutzucker am oberen Limit sind. Die gute Nachricht: Ein gesunder Lebensstil kann dem entgegenwirken.
Probleme und Wechselwirkungen abklären lassen
Und was ist dran am Mythos, dass die Mittel Muskelschmerzen und Muskelschwäche verursachen? Tatsächlich klagen manche Menschen, die Statine einnehmen, über Muskelschmerzen, ähnlich einem Muskelkater. Auch Muskelschwäche kommt vor: In Studien sind etwa 18 von 100 Menschen im ersten Behandlungsjahr davon betroffen. Bei denen, die ein Placebo erhalten, sind es rund 17 von 100. Demnach dürfte also nur bei etwa einem von 100 Menschen das Statin die Beschwerden verursachen.
Wichtig ist: Wer unter der Einnahme eines Statins Beschwerden bemerkt, sollte sicherheitshalber die Ursache ärztlich abklären lassen. Auch die Wechselwirkung mit anderen Arzneien sollte mit einer Ärztin, einem Arzt oder in der Apotheke vor Ort abgeklärt werden.
Quelle: "Apotheken Umschau" 1B/2025
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