Notfall Sepsis: Was Sie über Blutvergiftung wissen sollten/ Die Anzeichen einer Blutvergiftung zu erkennen, kann überlebenswichtig sein / Welche Symptome auftreten, und wie Impfungen schützen

Von einer Sepsis, also von einer Blutvergiftung, sind oft Seniorinnen und Senioren betroffen. "Im Alter wird das Immunsystem schwächer, und häufig liegen weitere chronische Erkrankungen vor", erklärt Prof. Dr. Katrin Singler, Mitglied im erweiterten Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und Chefärztin für Geriatrie am Klinikum Fürth. Mit jeder Lebensdekade steigt das Risiko für eine Sepsis, so das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber".

Sepsis ist ein Notfall

Eine Sepsis ist die schwerste Form einer Infektion. Normalerweise hält das Immunsystem eine Infektion auf einen Ort begrenzt - zum Beispiel auf die Lunge bei einer Lungenentzündung. Bei einer Sepsis breiten sich Erreger wie Bakterien und Viren aber aus. "Der Körper aktiviert die Immunabwehr zu hastig und überschießend", erklärt Prof. Dr. Frank Martin Brunkhorst vom Universitätsklinikum Jena, Autor der Sepsis-Leitlinie und Geschäftsführer der Deutschen Sepsis-Gesellschaft. "Die gut gemeinte Abwehrreaktion richtet sich so gegen den eigenen Körper, und es kommt zu Schock und Organversagen."

Je früher eine Blutvergiftung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Chance, zu überleben und mögliche schwere Folgen zu verhindern. Sepsis ist wie Herzinfarkt und Schlaganfall ein Notfall. Die drei Kardinalzeichen einer Sepsis in Verbindung mit einer Infektion sind niedriger Blutdruck, schnelle Atmung auch ohne Anstrengung sowie Verwirrtheit. Niedriger Blutdruck kann sich etwa durch Schwindel und Ohnmacht bemerkbar machen. Anzeichen für eine mögliche Sepsis sind außerdem ein rasender Puls, ein nie gekanntes Krankheitsgefühl, ausbleibendes Wasserlassen und feucht-kalte oder bläulich-fleckige Haut. Ein Verdacht auf eine Sepsis sollte sofort ärztlich abgeklärt werden, dafür den Rettungsdienst 112 anrufen. Äußern Sie Ihre Vermutung gegenüber dem medizinischen Fachpersonal.

Am wichtigsten ist die Pneumokokkenimpfung

Dies sind bei älteren Menschen die wichtigsten und frühesten Warnsignale: plötzliche Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen. Beides weist, so Professorin Singler, oft eher auf eine schwere Infektion hin als Fieber oder Schmerzen. Die Person wirke zum Beispiel desorientiert, erkenne vertraute Menschen oder Orte nicht mehr, spreche zusammenhanglos oder verstehe einfache Anweisungen nicht mehr.

Um sich vor Lungenentzündung, der häufigsten Sepsisursache, zu schützen, ist die Pneumokokkenimpfung für ältere Menschen das Wichtigste, so Professor Brunkhorst. Man sollte in der Arztpraxis den Impfpass vorlegen und sich beraten lassen, welche Impfungen sinnvoll sind oder aufgefrischt werden sollten.

Quelle: "Senioren Ratgeber" 8/2025 l

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